Weltmeisterschaft WSA

Schlittenhunde-Weltmeisterschaft


So, wir sind zurück aus dem Erzgebirge in Deutschland. Die WM ist vorbei und die Hunde und wir freuen uns momentan auf die etwas ruhigere Zeit im Sommer. Hier der Bericht:

Wir fuhren durch die Nacht und nach 8 Stunden Fahrt kamen wir am Donnerstag gegen Mittag in Oberwiesenthal an. Nach einigem Suchen fanden wir auch den Stake-Out-Platz, dort wurden wir aber direkt weggeleitet – der Platz sei bereits voll. Also sind wir knapp 2 Kilometer weiter auf einen Parkplatz gefahren, wo bereits einige andere Musher standen. Erst waren wir etwas enttäuscht, wir wären gerne bei den anderen Schweizern gestanden, aber es ging nicht anders. Und auf dem oberen Parkplatz haben wir dann doch noch 2 nette Schweizer gefunden und nebenan parkiert. Es hat sich herausgestellt, dass es richtig gut war, am oberen Platz zu sein, wir hatten viiiel weniger Touristen und Leute, viiiel mehr Ruhe und vor allem hatten wir ein Schnee-Stake-Out und die Hunde konnten auf Schnee liegen. Einzig für zum Start mussten wir die Hunde in den Bus laden und runterfahren, was aber ja kein Problem war.
Wir schliefen übrigens in unserem Hunde-Bus. Mit den neuen Exped-Liegematten, den Arctic-Schlafsäcken und der kleinen Gasheizung war es sogar richtig gemütlich.

Am Donnerstag bauten wir alles auf, kriegten von den beiden neben uns stehenden Schweizern ein Crash-Kurs zum Thema Kufen wachsen und am Abend gabs beim Schweizer-Stake-Out ein feines Raclette. Janine war immer noch von der Grippe reduziert, stark erkältet und spielte noch mit dem Gedanken, nicht zu starten.

Am Freitag Morgen ging es jedoch etwas besser und beim Start um halb Neun standen wir bereit. Es regnete und war neblig. Kurz nach dem Start passierte dann ein Missgeschick und es gab eine Verwicklung, die jedoch recht schnell gelöst war. Der Trail war tief und löchrig – das hiess gut aufpassen und nicht zu schnell fahren. Die Hunde mit Jääkarhu und Laurin in lead liefen gut und waren motiviert. Die Strecke war sehr schön angelegt, ein paar steilere Anstiege, flache Anstiege, schöne Abfahrten und ein paar interessante Kurven – uns gefiels. Nach der Rückkehr ins Ziel wurden die Hunde versorgt, ein Nickerchen gemacht und die Schlittenkufen wieder für den nächsten Tag vorbereitet. Beim Hunde rauslassen dann der Schreck – Lasse hinkte gewaltig. Lasse war eigentlich als Galopper mein geplanter Leithund für die nächsten 2 Läufe. Wir wollten mal abwarten und schauen, wie es am nächsten Morgen aussieht.

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Am Samstag Morgen dann wollte Lasse nicht einmal mehr zur Box rauskommen und hinkte immer noch massiv. Also mussten wir wohl oder übel auf ihn verzichten und beschlossen, mit Voimakas und Jääkarhu, den beiden Jungleithunden, in lead zu fahren. Irgendwie lief der Lauf aber einfach nicht so rund, der junge Benkku alleine in der Mitte hatte nur Unsinn im Kopf und Voimakas in lead lief auch nicht schön, welchselte häufig die Gangart. Der Trail war hart, schnell und wurde noch gekürzt – unsere Stärken wären eher schwere Bedingungen, lange Distanzen. Dies schlug natürlich auf unsere Zeit und wir wurden von den beiden führenden Deutschen ziemlich abgehängt. Im Ziel dann war Andy nirgends zu sehen. Janine wurde sogleich in Beschlag genommen – in Englisch wurde mitgeteilt, dass wir in einer Stunde mit Paluk zum Doping-Test müssen und einige Papiere wurden uns in die Hand gedrückt. Janine fuhr mit den Hunden alleine quer durch den Startbereich, der inzwischen mit Touristen und mit Hunden die zum Start geführt wurden gerammelt voll war. Die Leithunde gehorchten sehr gut und liefen ruhig quer durch das Gewusel. Beim Bus dann hat uns Andy wiedergefunden (er hatte uns nicht schon so früh erwartet) und wir versorgten die Hunde. Schon bald mussten wir zum Doping-Test-Termin. Wir packten die nötigen Papiere und gingen zum zuständigen Häuschen. Dort wartete man bereits auf uns, wir erhielten Infos und mussten einige Papiere ausfüllen. Alles nur auf Englisch, das war nicht so einfach. Dann mussten wir einen Probenbehälter aussuchen und begleitet vom Tester gingen wir zum Bus, wo wir bei Paluk eine Urinprobe nahmen. Dann das Ganze in A und B-Probe abfüllen und nach einer Stunde war alles erledigt. Den sonnigen Nachmittag verbrachten wir bei den Hunden, unternahmen Spaziergänge mit den Welpen und genossen den freien Tag.

Am Sonntag Morgen waren die Starts wieder früh am Morgen. Diesmal wurde mit 1-Minuten-Abständen gestartet, wie immer im Jagd-Start, d.h. der schnellste zuerst. Wir hatten nur 1 1/2 Minuten Vorsprung auf die verfolgende Schwedin und nahmen uns vor, heute etwas mehr mitzuarbeiten. Die Erkältung von Janine wurde auch bereits besser und mit Laurin und Jääkarhu in lead konnten wir einen wunderschönen Lauf absolvieren. Bald hatten wir Ralf Neubauer vor uns und auch Dirk Grünberg war knapp davor zu sehen. So liefen wir hintereinander im Ziel ein und der dritte Platz war unser.
Beim Bus wurden die Hunde versorgt und auch dieser Nachmittag mit Sonne konnten wir geniessen. Gegen Abend haben wir alles in den Bus gepackt und sind zur Siegerehrung gefahren. Dirk und Ralf hatten heimlich noch einen Pakt geschlossen und haben Janine bei der Siegerehrung noch auf die Schulter genommen, es hat wirklich viel Spass gemacht mit diesen
beiden netten Mushern zu konkurrieren.

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Nach der Siegerehrung und Schweizer-Gruppenfoto sind wir bald abgefahren, denn es warteten noch 8 Stunden Fahrt durch die Nacht auf uns. Durch den tobenden Sturm im Fichtelgebirge konnten wir nur ca. 80 km/h fahren und um 3 Uhr in der Früh kamen wir todmüde zu Hause an.

Es war ein schönes Erlebnis, ein schöner Event, mit viel Engagement gemacht. Einzig der Stake-Out-Platz war etwas schlecht ausgeschildert und organisiert, ansonsten aber hat es uns sehr gut gefallen.

23.03.2010
Wir haben das Resultat des Doping-Tests von der WM erhalten… Diese Tests werden übrigens speziell versiegelt an ein besonderes Labor in Paris geschickt – wo auch die Urinproben der Radrennprofis hingehen…

Dear Musher,
I have received the analysis reports of the Doping Controls carried out at the WSA World Championships 2010 in Oberwiesenthal, Germany.
I am happy to inform you that the results for your dog show no adverse analytical finding for prohibited substances (negative test).
On behalf of the Doping Control team, I want to congratulate you once more on your results in this race, and to thank you again for your kind cooperation and interest in the procedures and your contribution to keeping our sports doping–free.
Best regards

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