Touren 2011

Wir konnten dieses Jahr 4 Hochtouren im April machen, danach hatte es im Tal bereits keinen Schnee mehr – schade, das Wetter war immer noch toll.

Tour Rotondo
Diese Tour ist sehr anspruchsvoll aber wunderschön, deshalb versuchen wir sie jedes Jahr zu machen. Es hat alles gepasst, das Wetter war toll, die Lawinengefahr soweit i.O. (ausser natürlich Nassschnee) und wir und die Hunde fit.
Abfahrt um 4 Uhr morgens, Start in Realp dann um 06.30 Uhr. Der Weg hat diesmal zum Glück nicht so viele Lawinenkegel, die es zu queren gilt. Der erste Aufstieg dann ist stetig aber zum Glück noch nicht so steil. Später das erste grössere Hindernis, ein steiler Abschnitt den es hochzuklettern gilt. Die Schneedecke beginnt bereits weich zu werden und man bricht durch die oberste Schneeschicht. Jetzt den wunderschön sanft ansteigenden Gletscher hochlaufen, dann die Überquerung des ersten Passes (zur Abwechslung geht der mal etwas leichter). Dann eine steile Querung zum Muttenpass, das Extrem auf der Tour. Ein sehr steiler Hang, durchsetzt mit Felsen, der Schnee ist dort in Sonnenexposition bereits weich und wir sinken stellenweise bis zur Hüfte ein. Wir helfen gegenseitig, ziehen und schieben die schweren Schlitten den Hang hoch und sind erst nach vielen Versuchen endlich alle keuchend oben. Jetzt noch eine leichte Traverse, um ein paar Felsen herumfahren und dann sind wir auf dem Leckipass. Endlich eine Pause und die verdiente Entlöhung mit wunderschöner Aussicht. Wegen dem kühlen Wind machen wir uns aber schon bald auf die ebenfalls anstrengende Abfahrt. Zum Glück ist der Schnee weicher geworden, so können wir die Teams runter einigermassen gut bremsen. Für die Hunde und auch uns wird es eine aufreibende Abfahrt, der Schnee ist so weich geworden, die Hunde brechen immer wieder tief ein – wir Zweibeiner können kaum ohne Schneeschuhe laufen, sinken bis zur Hüfte ein und der viele Schnee vor der Bremsmatte verringert die Bremswirkung enorm. So fahren wir möglichst kontrolliert bergab, sind 6 Stunden nach Start wieder zurück in Realp und geniessen die Sonne und ein Schläfchen im Gras.

Tour Tiefenbach
Die Furkastrasse ist immer noch recht gut schneebedeckt und wir starten ab Schnee. In den ersten Haarnadelkurven in sonnenexponierten Stellen auf der Strasse hat es keinen Schnee mehr – wir denken mit Bauchschmerzen an die Runterfahrt. Bremsen und steuern auf Teer ist unmöglich und dann noch um solche 180° Kurven – naja es ist ja immer irgendetwas auf einer Tour nicht so einfach. Die Furkapassstrasse hoch ist es noch kalt und schattig, oben fahren wir in die Sonne und sehen beim Hotel Tiefenbach, dass der Hang oberhalb praktisch schneefrei ist und wir unmöglich mit den Schlitten dort hochfahren können. Also weichen wir spontan aus, biegen auf einen sichtbaren schneebedeckten Weg ab, konsultieren kurz das GPS und fahren nach Möglichkeit einfach mal bergauf. Eine längere Traversierung gibts natürlich auch, dann aber eine ganz schöne praktisch unbefahrene Strecke zum Schafberg. Dort eine gemütliche Pause und dann mit perfekten Bedingungen (Sulz) wieder die Abfahrt. Die Asphaltkurven bringen noch einen kurzen Adrenalinkick aber wir schaffen alles ohne Zwischenfall. Nach 4 Stunden sind wir zurück beim Bus, verpacken alles Material und geniessen dann noch gemütlich die Bergsonne.

Tour Giglistock
Start ab Steingletscher, die Sustenpassstrasse ist bis dorthin gut geräumt. Der Parkplatz ist gut besetzt, es sind viele Tourengänger unterwegs. Auch 2 Helis fliegen „faule“ Skifahrer auf das Gwächtenhorn, schade – die Abfahrt sollte man sich verdienen…
Wir fahren bei -5° das Tal Richtung Giglistock, wir sind froh um die Harscheisen, bei Hartschnee viele Traversen fahren ist sehr anstrengend ohne Eisen.
Dann der Gletscherein- und Aufstieg, ein steiler langer Hang. Die Hunde wollen auf der zick-zack-traversierenden Skispur laufen, da sie ausserhalb der Supr bereits im Schnee einbrechen.
Wir wühlen uns mühsam den Hang hoch, schieben, ziehen, stolpern mit Schneeschuhen den Hunden nach. Die Leithunde arbeiten toll un ziehen unbeirrt immer steil bergauf.
Endlich geschafft und ein etwas sanfterer Anstieg gibt wieder etwas Kraft. Die Schneeschuhe werden wir aber nicht mehr los, der Schnee ist weich und wir sinken ohne Schneeschuhe sofort tief ein. Nach einer kurzen Pause etwas unterhalb des Gipfels montieren wir die Kettenbremse und machen uns mit Herzklopfen auf die steile Abfahrt. Zum Glück ist inzwischen „gut Sulz“ und wir können die Schlitten mit Hilfe der Kettenbremse einigermassen gut bremsen.
Nach Ankunft in Steingletscher geniessen wir und die Hunde die Sonne noch etwas und machen uns später auf den Heimweg.

Tour Schafberg
Wir wollten eigentlich einen Weg rechts der Albert-Heim-Hütte als zweiten Zugang für auf das Chli Bielenhorn suchen (der Zugang am Bach entlang ist meist früh schneefrei). Die Furkapassstrasse ist bereits bis Tiefenbach offen, vor 2 Wochen sind wir noch den Pass hochgeschlittelt… Die weitere kleine Strasse hat gerade noch genug Schnee für uns, wir versuchen es also. Die lange Traverse ist bald erreicht und gemeistert, zum Glück hat es doch auch noch genügend Schnee dort. Der Weiterweg erweist sich aber als schwierig, die 2 Wochen Sonne haben dem Schnee zugesetzt, die Hänge sind zum Teil felsig geworden und sich einen Weg durch die Steine suchen ist nicht ganz einfach, vor allem möchten wir ja auch noch heil zurückfahren können. Wir kommen aber der Hütte nahe, bis wir doch vor einem Steinfeld stehen und beschliessen umzukehren. Wir schlitteln/laufen nochmals auf den Schafberg und machen dort Pause. Von dort sieht man die Albert-Heim-Hütte gut, es ist einfach zu felsig geworden, die Skitourer steigen mit den Skis auf dem Rücken von der Hütte ab – unmöglich für uns. Wir geniessen eine ausgiebige Pause in der Sonne bevor wir uns in die Abfahrt stürzen. Auch hier sind wir froh um die Bremsunterstützung der Kettenbremse und die Harscheisen in den noch harten Traversen. Nach der rasanten Abfahrt packen wir unsere Sachen und machen uns bald auf den Heimweg.

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