SEDIVACKUV LONG, DESTNE (CZ) 12

Sedivackuv Long 2012

 

 

Wir sind wieder zu Hause und werden noch lange von den wunderschönen Erinnerungen an das Sedivackuv Long 2012 zehren können.

 

 

Dieses Jahr machten wir uns bereits etwas früher auf den Weg in die Tschechische Republik, damit wir etwas ausgeruhter in das Rennen starten konnten.

Nach den vielen, vielen grünen Autobahnkilometern kam dann endlich kurz vor Destne der Schnee. Und wie viel Schnee, auch diesmal kamen wir nicht um das Schneeketten montieren herum.

Nach Ankunft im inzwischen schon vertrauten Örtchen Destne wurde der Stake-Out-Platz eingerichtet und die Pension bezogen.

Die folgenden zwei Tage schneite es fast ununterbrochen, laut Andrea hatte es noch nie soviel Schnee am Renne in Destne.

Wir genossen diese etwas gemütlicheren Tage mit Schwatzen, Packen, Welpen beschäftigen und für einen kurzen Lauf mit den Hunden.

Am Mittwoch dann war der Start des Rennens bei schönstem Wetter aber kalten Temperaturen. Die erste Etappe betrug 50 km, mit vollgepacktem Schlitten standen ich und mein Team bereit. Die 8 Hunde freuten sich lautstark auf den kommenden Start. Nach den immer etwas anstrengenden ersten Kilometern direkt nach dem Start waren bereits zahlreiche Gespanne überholt und wir blieben immer länger alleine. Ich genoss die wilde Landschaft, die verschneiten und zu skurrilen Figuren gefrorenen Bäume, die einmalige Weitsicht über das Adlergebirge, den Wechsel der düsteren Wolken hin zu den Lichtspielen der Sonne, die Farbspiele im Schnee – einfach wunderschön…

Unser 9-jähriger Hund Lasse hatte nach über der Hälfte der Strecke immer mehr Probleme beim Bergablaufen – die Folge eines Bandscheibenvorfalles im Sommer. Also wurde er in den Schlittensack gepackt, wo er sich auch dankbar hinlegte. Die verbliebenen 7 Hunde arbeiteten wacker weiter und so erreichten wir nach guten 4 Stunden das Ziel.

Schweren Herzens wird mich unser Lasse nun nicht mehr auf Longtrails begleiten, unser „Galopper“ wird unterwegs sehr fehlen…

Andy fuhr mit ausgeliehenen Senior-Hunden in der Kategorie Tour die 35 km in guten 3 Stunden, eine beachtliche Leistung für diese alten aber immer noch sehr motivierten Hunde!

Über Nacht konnten sich alle Hunde gut erholen und so standen wir am Donnerstag wieder voll motiviert am Start. Uns erwarteten 44 km, eine Pflichtpause von 4 h und dann weitere 30 km als Nachtetappe wieder zurück. Der Trail war bereits etwas ausgefahren und tiefe Rinnen und Wannen verlangten einen sehr rücksichtsvollen Fahrstil, um die Hunde zu schonen.

Beim Rastplatz angekommen fütterte ich die Hunde etwas und gönnte ihnen dann die wohlverdiente Ruhe. Unsere biwakerprobten Hunde legten sich gleich hin, „Akku aufladen“.

Nach den 4 h Pflichtpause bei -20° freute ich mich dann genauso wie die Hunde, endlich wieder starten zu dürfen. Die 30 km durch das Dunkel der Wälder vergingen wie im Flug und dank der zahlreichen Anstiege wurde mir auch bald wieder warm…


An den nächsten beiden Tagen fand die Biwaketappe statt. 3 h nach dem Start erreichte mein Team den Biwakplatz. Ich versorgte die Hunde und schon bald darauf traf Andy ein. Das ganze Team war nun vereint im Biwak, ich freute mich sehr darüber.

Wir bauten unseren Schlafplatz auf und nachdem sich die Hunde hingelegt hatten, gönnten wir uns ein Gulasch und kurzes Aufwärmen im Zelt. Kurz darauf legten wir uns auch schon zum Schlafen hin, richtig ruhig wurde es auf dem Biwakplatz aber erst nach Mitternacht.

Am nächsten Morgen fiel das Aufstehen nach der kalten und kurzen Nacht doch etwas schwer. Nach dem morgendlichen Wässern der Hunde und Packen der Schlitten starteten wir in die letzte Etappe. Die Hunde liefen in den Sonnenaufgang bei märchenhaften Verhältnissen und wunderschöner Morgenstimmung. Nach Ankunft im Ziel nicht ganz 2 h später fror ich immer noch, erst eine warme Dusche konnte mich wieder etwas aufwärmen. Bald darauf traf Andy mit seinem Team ein, die Hunde wurden versorgt und wir konnten den Rest des Tages geniessen.

 

Auch dieses Jahr dürfen wir viele tolle Erinnerungen mit nach Hause nehmen, das Rennen hat sehr viel Spass gemacht und war einfach wieder wunderschön.

 

Jeder Hund hat seine Stärke mit eingebracht, zusammen als Team wurde alles vereint und das Beste ermöglicht.

Ich persönlich freue mich vor allem, dass unsere beiden jüngsten Hunde nach ihrer schweren Operation im September alles mitlaufen wollten und konnten…

Vielen Dank an alle Beteiligten!

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